Die kleine Welt des Herrn Mitkartoffel - DiE DR3i (01)

 



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DiE DR3i (01) - Das Seeungeheuer

Ein Anwalt mit düsterer Vergangenheit, ein einsames Küstenhaus mit einem furchtbaren Geheimnis und ein rätselhaftes Testament....
Die Belastbarkeit von Jupiter, Peter und Bob wird diesmal wahrlich auf eine harte Probe gestellt. Doch damit nicht genug.

Während ihrer Nachforschungen wird das Trio mit der Aufklärung eines mysteriösen Schiffsunglücks beauftragt. Unheilvolle Vermutungen werden bald zur schrecklichen Gewissheit: Aus den finsteren Tiefen des Ozeans ist ein riesenhaftes Monstrum aufgetaucht!

Werden die Drei die tödliche Gefahr von Kaliforniens Küste abwenden können?

Ahh ja, die drei Detektive, Jupe, Pete und Bob. Ok, ok, das kommt Euch jetzt komisch vor, da stimmt doch was nicht, werdet Ihr laut vor Eurem PC aufspringend sagen, so dass Euch jegliche Menschen in Eurem Umfeld interessiert über die Schulter gucken ob dieser vordergründig so revolutionären Tatsache gleich im zweiten, scheinbar nicht enden wollendem Satz dieses auf meiner Seite zufindenden Reviews der ersten Folge der neuen Europa Serie "Die Dr3i", welche auf der bekannten drei ??? Serie basiert ist. Das es so weit kommen musste, hat natürlich Gründe. Für alle, die das nie interessiert hat, und natürlich auch jetzt nicht interessiert, eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse "so far":

Es war einmal ein kleiner Buchverlag in Deutschland, der Jugendserien veröffentlichte. Eines Tages sahen Menschen dieses pitturesken kleinen-großen mittelständigen Unternehmens in dem tollen Amerika die Jugendbuchserie "The three Investigators" von Alfred Hitchcock. Da diese lustigen kleinen Mitarbeiter des Kosmos Verlages alle lesen konnten und darauf auch sehr stolz waren, schauten sie in eines dieser Bücher hinein. Und dort sahen sie erstaunliches. Nicht nur, dass ihnen die Geschichte außerordentlich gut gefiel, die sie da lasen - die Legende sagt, es war "The Mystery of the Screaming Clock" -, nein, sie mussten auch erkennen, dass zwar auf dem Einband Alfred Hitchcock drauf-, im Buch aber gar nicht drin war. Ok, streng genommen als fiktionaler Charakter, was ich meine ist, dass Hitchcock eine Namenshure war.  "Was für eine Schlampe!"  (Bob Andrews in welcher Folge?? Na, na, jemand außer Dominik? Es gibt auch ein Bier! [Natürlich auch für Dich, Dominik.]) Zurück zum Thema. Die Serie stammte nämlich aus der Feder des jungen, durchwachsen erfolgreichen Autors Robert Arthur. Dieser hatte sich für Geld oder Naturalien den Namen Hitchcocks gekauft, damit sich die Dinger auch ja verkauften. Und so taten sie. Die Himmelsstürmer des Kosmos Verlages wollten diese Bücher deshalb auch unbedingt in Deutschland verkaufen, und so taten sie, und sie taten gut. Oh ja. Die Rechte gab es bei Random Hose, welchen wahrscheinlich eh jedes Buch auf dieser Welt, also auch Eure gehören. Zum Glück hatten sie die Geschichten auch übersetzt. Damals, wir sprechen hier vom Ende der 60er Jahre, war es noch üblich, Namen in der Übersetzung für die weltfremden Menschen in Germanien zu übersetzen. Dank freier Liebe und Internet hat sich das ja zum Glück inzwischen geändert. Aus den srie Inwestigetas Jupiter Jones, Pete Crenshaw und Bob Andrews wurden die drei ??? Justus Jonas, Peter Shaw und -achtung- Bob Andrews. Aus Chauffeur Worthinton wurde Morton, die bayrischen (!!) Mitarbeiter Konrad und Hans Schmid im Gebrauchtwaren-Center nahmen kurzerhand die irische (!!!) Staatsbürgerschaft an und nannten sie fortan Patrick und Kenneth O'Ryan. Zum Glück sind sie ja inzwischen wieder da, wo sie hingehören (Wohin eigentlich? ) diese Doppel-Staatsbürger. Wie man also erkennen kann, nahm man sich durchaus eineige Freiheiten heraus, was aber nicht unbedingt schlecht gewesen sein muss. Insgesamt ein großes Mosaiksteinchen des Erfolges. Warum dann Diminiutiv werdet Ihr Fragen? Nun, es gab noch ein zweites "Steinchen", das noch ein wenig mehr zum Erfolg beitrug.
Die Serie rätselte rund zehn Jahre vergnüglich und mäßig beachtet in deutschen Buchhandlungen und Bibliotheken vor sich her bis eine Königin auf sie aufmwerksam geworden war. Es war die Märchen-Königin - bürgerlich auch bekannt als Heikedine Körting. Sie hatte gerade großen Erfolg mit der Hörspiel-Vertonung der Serie "Fünf Freunde" von Enid Blyton gehabt und suchte nun eine zweite Jugendbuchserie, um ihre Schatzkammern weiter zu füllen. Da wurde auch sie vom Zauber der Drei Detektive erfasst und brachte eine erste Folge 1979 auf den Markt (im Königreich). Die drei ??? und der Super-Papagei. Buch und Hörspiel steigerten gegenseitig ihre Popularität, Folge um Folge erschien, immer nach Vorlage des Kosmos-Verlags und seiner Bücher, selbst als die Serie in den USA wegen mangelnden Erfolges eingestellt worden war, man hatte halt keine Hörspiele. Der Kosmos-Verlag sicherte sich die Rechte, weiterhin Bücher in Deutschland zu veröffentlichen, und vergab Unterrechte an Europa für die Hörspieladaptionen. So ging es lange Zeit gut und alle Menschen im Reich waren glücklich und lachten, tanzten und feierten jeden Tag. Doch dann geschah etwas schreckliches: Die Gier kam über das Land.
Bis heute ungeklärt ist die Ursache der Probleme, doch ihre Auswirkungen sind es. Es gab inzwischen genau 120 Hörspiel-Folgen und noch ein paar mehr Bücher. Europa, das Königreich von Frau Körting, welches dem großen Herrscher Sony BMG - so sein offizieller Titel - unterstellt war, verlor die Rechte, diese Hörspiele zu veröffentlichen. Wollte der Kosmos-Verlag zu viel Geld? Wollte Europa weiniger bezahlen? Gab es ganz andere Gründe? Niemand weiß es genau, doch der Deal zwischen beiden platzte und es sollte keine weiteren Hörspiele mehr geben. Doch weit gefehlt.
Die schlauen Leute bei Europa und Sony fragten einfach Robert Arthur, den Schöpfer der drei ?
??. Doch der war "tot. Mausetot! Toter geht's nicht!" (Peter in welcher Folge? Wieder ein Bier! ). Glücklicherweise hatten seine Kinder sein Vermögen und seine Rechte an seiner Schöpfung geerbt. (Was mich, so ganz nebenbei, schon wieder auf ein theologisches Thema bringt. Wenn Gott tot geht, erbt dann auch jemand die Rechte an seiner Schöpfung? Und wenn ja, wer könnte das sein? Obwohl, ich ahne schon wer. Mir schwant übles, der T... Microsoft!) Diese Rechte sicherten sich Europa und Sony BMG. Und nicht nur Juristen schlackern jetzt mit den Ohren. Wobei ich ja mal gerne sehen würde, wie dieses Schlackern so aussieht. Wackeln kann es ja nicht sein, sonst hieße es ja "wackelt mit den Ohren". Egal. Auf jeden Fall scheinen hier zwei verschiedene Arten an Rechten in Umlauf zu sein und das riecht nach Streit. Und glaubt mir Freunde den gibt's. Denn mit diesen Rechten veröffentlichte Europa nun die vorliegende Serie "Die Dr3i". Und das erklärt auch, weshalb dort die englischen Originalnamen zum Einsatz kommen. Die Rechte an der deutschen Übersetzung hat zweifellos Kosmos. Und so sind es also nun Jupiter Jones, Peter Crenshaw und Bob Andrews. Nunja. Europa vermeldete also per Presse die einzig wahren Besitzer der drei Detektive zu sein, Kosmos wiedersprach prompt. Zu lesen hier. Doch der Spaß ging weiter, denn der Spaß ging weiter, offenkundig wurde der Spieß umgedreht, wie die bekannte Seite www.rocky-beach.com vermeldete:

23. Oktober: Einstweilige Verfügung gegen drei ??? Bücher
Der Lizenzkonflikt scheint eine neue Dimension erreicht zu haben: zwei der neuesten drei ??? Bücher ("Spuk im Netz" und "Der Fluch des Drachen" ) sind bei zahlreichen Internet-Buchhändlern nicht mehr gelistet bzw. nur noch gebraucht zu bekommen. Von verschiedenen Seiten erhielten wir die Bestätigung, dass SonyBMG gegen Kosmos eine Einstweilige Verfügung erwirkt hat. Ob und warum nur diese beiden Bücher davon betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Beide Parteien lehnten heute jede Stellungnahme ab.

So bleibt momentan hierzu nur Eins zu sagen: Und wenn sie nicht gestorben sind, so zanken sie noch heute.




Nach all dem Hickhack liegt sie uns nun also vor. Folge 1 der neuen Serie "Die Dr3i". Und das Seeungeheuer kommt sagor auf ungeheuerlichen zwei CD's (Oder MC's für die Jungs von der alten Schule). Gleich also scheibar ein Kracher zum Start. Nun, nicht ganz in meinen Augen. Aber lest selbst.
Die ausführlich beschriebenen Änderungen in der Namensgebung fallen zwar auf, sind aber jetzt auch nicht überpräsent, meiner Meinung nach. Klar, es ist schon gewöhnungsbedürftig, wenn der erste Detektiv ans Telefon geht und sagt: "Jupiter Jones vom Detektivbüro die Dr3i". Und Visitenkarten werden auch nicht mehr laut vorgelesen. Die Namen werden aber möglichst gemieden, meines Erachtens fällt das alles nicht so sehr ins Gewicht.
Die Geschichte hat erst einmal einen ganz interessanten Ansatz. Die Dr3i haben es nämlich mit zwei verschiedenen Fällen zu tun, dieses Mal. Man brauch nicht gerade ein Genie zu sein, um zu ahnen, das die Geschichten natürlich doch irgendwie miteinander zu tun haben. Aber der Ansatz ist soweit ganz nett. Leider - und ich hätte nie gedacht so etwas mal zu schreiben - tut die lange Spieldauer (Pro CD knapp 70 Minuten) der Folge nicht gerade gut. Das Seeungeheuer plätschert nämlich ein wenig vor sich her. Ist ja alles ganz nett, was da passiert, aber eben auch viel blabla und belanglos. Ein paar gute kombinatorische Schachzüge von unserem Jupiter sind aber dabei, so dass das ganze bis zum Finale noch ganz in Ordnung geht. Doch das Finale gefällt mir überhaupt nicht. Nimmt es doch fast Toteninsel ähnliche Züge an. Auch Komissar Zufall ermittelt gegen Ende fleißig mit, so dass es dann ein wenig "Over the top" wird. Ohne zuviel zu verraten, aber die Dr3i sind immer noch Junior-Detektive und es gibt ein paar Fische und Seeungeheuer im Ozean des Verbechens, die sind einfach eine Nummer zu groß. Aber sei's drum! Ist ja auch Folge 1, da will man halt was besonderes machen. Dass es auch anders geht zeigt Folge 2, nur um dann von Folge 3 wiederlegt zu werden. Aber dazu in Kürze mehr.
Was mir unbedingt positiv aufgefallen ist, ist die neue Titelmusik und die allgemein musikalische Untermalung. Für Internet Explorer-Nutzer habe ich die neue Titelmelodie auch auf dieser Seite als Aktive X
Element eingebunden. Die sind manchmal etwas tricky, aber probiert mal rum, ist ganz oben, das Ding. Braucht auch immer ne Weile, die Datei hochzuladen. Die alte Titelmelodie der letzten 70 Folgen war ja definitv richtig kacke und hatte für mich trotz der riesigen Anzahl Folgen nie Kult-Charakter. Die Neue gefällt mir, nicht grandios, aber nett. Und dass sie als Variation immer mal wieder während der Folge zurückkehrt ist ebenfalls gelungen wie die restliche Untermalung. Keine oder nur wenig dieser Sphärischen Klänge, von denen die Macher immer dachten es sei Musik, dafür nette Stücke + das riesen Europa-Orchester-Portfolio. Wer viele Hörspiele aus dem Hause besitzt, kennt die Orchester-Stücke seit 30 Jahren. Die sind einfach spitze, ehr gibt's nicht zu sagen dazu.
Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen, nämlich ein stilistischer Fauxpas. Beim Schreiben für die drei Detektive gibt es gewisse Regeln, wie dass es zum Beispiel nie um einen Mörder oder so geht. Eine dieser Regeln ist, dass die drei Jungs in jeder Szene mit mindestens EINEM Mitglied des Detektiv-Teams vertreten sind. Auch wenn die bösen Jungs sich unterhalten, dann werden sie entweder von den Dreien belauscht oder es ist eine Aufnahme. Aber es gibt keine Szenen ohne ihre Beteiligung. Diese Regel wird beim ersten Auftauchen des Seeungeheuers gebrochen. Etwas, dass meines Wissens nach nur am Anfang der Folge "Der Automarder" geschehen ist. Oder hat noch jemand ein Beispiel?

Fazit:
Der Auftakt geht schon in Ordnung, auch wenn die Folge ihre Längen hat. Das Finale ist sicherlich geschmackssache. Aber der eingeschlagene Weg ist an sich schon ok. 3 Kartoffeln!


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27.10.06
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