Die kleine Welt des Herrn Mitkartoffel - Gabriel Burns (19)

 


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Gabriel Burns (19) - Die welke Saat des Lotus


Der Nachthimmel über Chinatown war in ein Kaleidoskop schriller Farben getaucht.
Wie Zerrbilder aus Alpträumen tanzten die Drachenfiguren über den Köpfen der
Menschen. In den Schatten einer Seitengasse starb das nächste Opfer.

Die Luft war faul und modrig, verbraucht vom Vergehen der Zeit. Er wusste,
er hätte fliehen sollen. Stattdessen trat er näher. Seine Handfläche glitt über den
makellosen Stein. Etwas kam aus der Finsternis. Klebrige Fäden legten sich um
Stevens Hals. Er konnte nicht zurück...


Es wird Zeit, dass sie die Wahrheit erfahren. Jaja, die Wahrheit. Im Fußball liegt sie auf dem Platz, bei Herrn Burns irgendwo im ganz Dunkeln. Aber man versucht ihr wieder etwas näher zu kommen. Willkommen in Vancouver! Bei Bauarbeiten werden drei Leichen gefunden, deren Augen ein phosphoreszierendes Leuchten austrahlen und deren Iris verschwunden ist. Die Ermittlungen führen Jocye Kramer, Steven Burns und Larry Newman in Vancouvers Chinesenviertel. So weit so gut. Natürlich werde ich den Teufel tuen und hier irgendwelche Details bekannt geben, aber nach den ganzen Zweiteilern in letzter Zeit, war ich recht froh, mal wieder eine einzelne abgeschlossene Geschichte erleben zu dürfen. Und die ist sogar 63 Minuten lang. Viele Antworten gibt es diesmal leider nicht, nur neue Fragen bezüglich Stevens Begegnung mit dem Flüsterer am Ende. Spannend ist die Geschichte aber auf jeden Fall. Und atmosphärisch ist Gabriel Burns generell die Referenz auf dem deutschen Hörspielsektor, was die Folge wieder einmal eindrucksvoll bestätigt. Ob in den Straßen des chinesischen Viertels, in der Kanalisation oder im Nachtclub, die Soundkulisse ist sehr gelungen. Die Sprecher bewegen sich auch erhöht auf Spitzenniveau. Steven Burns sind schon vor seiner Sauftour während der Geschichte die Ereignisse der letzten Folgen anzuhören. Joyce Kramer klingt härter und zielstrebiger denn je - mit einer Prise Zynismus - und auch der draufgängerische und eher lebensbejahende Larry Newman wirkt inzwischen verbittert und desillusioniert. Man merkt, die Geschichte befindet sich im fortgeschrittenen Stadium, nicht mehr lange...

Fazit:
Insgesamt hat mir die Folge für sich genommen recht gut gefallen. Leider erfährt nichts wirklich Neues, nur noch mal eine klare Aufzählung der bekannten zehn fahlen Orte durch Joyce Kramer. Daher gibt es diesmal nur 3 von 5 Kartoffeln.



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P.S.: Für alle, die hier jetzt nur Bahnhof verstanden haben. Besorgt euch mal die ersten 2-3 Folgen. Eine bessere Hörspiel-Serie als Gabriel Burns habe ich noch nicht gehört!
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