Die kleine Welt des Herrn Mitkartoffel - 26. August 2006

 

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26. August 2006: Von Arthurs Kühlschrank, dem Wien des Ostens und Familie 08/15

Da habe ich doch glatt noch eine Anekdote vergessen. Hatte sich eigentlich schon Donnerstag ereignet die Nachwirkungen habe ich aber auch noch am Samstag gespürt. Es geht um Arthurs Kühlschrank. Als ich Donnerstag ankam, schaltete ich ihn gleich an, um mirgebrachte Getränke und Sandwiches Abkühlung zu verschaffen. Da er ihn strombewusst ausgeschaltet hatte, musste das Ding erst einmal angehen, und um mölichst schnell kühle Getränke zu haben (Nötig bei gefühlten 30 Stockwerken nach oben), gleich mal auf volle Pulle (die flaschen waren ja schließlich auch alle voll) geschaltet. So weit, so gut, ich komme also von meinem abenteuerlichen Döner zurück, möchte was gluckern und -BRAZZ- gefroren! Großer Sport! Die Getränke sind kalt (SEHR kalt), ich kann sie aber nicht trinken. Der Kühlschrank hat fünf Einstellungen, also mal '2' probiert. Tja, denkste, nächsten Abend das gleiche Spiel. Mein Sandwich und meine Vanillemilch für das samstägliche Vorkriegsfrühstück GEFROREN. DAS SANDWICH! Naja, hab' erstmal also mein Frühstück aufgetaut. Abschließend komme ich also auf folgende Stufeneinteilung bei Arthurs Kühlschrank:
  1. Russland
  2. Alaska
  3. Grönland
  4. Sibirien
  5. Arktis
Ja, sucht Euch die Liebste raus! Samstag Morgen also mehr schlecht als recht gefrühstückt, jetzt ging es nach Dresden. Diesmal hatte ich mich informiert und wusste, wann die Bahn zum Hauptbahnhof fuhr, es galt nun nur noch Arthurs Wohnungsschlüssel in einen frankierten Rückumschlag zu packen und nach Dresden zu der FRAU seines Bruders zu schicken. Lange Geschichte... Leider traute ich dem Selbstklebestreifen des Umschlags nicht und hantierte mit Arthurs Klebeband so dilettantisch am Umschlug herum, dass ich ihn fast zerriss. Fiel mir leider erst auf, als der Schlüssel schon drin und die Tür zu war. Es bedurfte noch eines Flickvorgangs, damit er auch nicht aufging. Glücklicherweise befindet sich unten im Haus ein Blumenladen und die nette Dame half mir mit Tesafilm aus. Vielen Dank an dieser Stelle, falls sie das liest, was ja sehr wahrscheinlich ist! Am Bahnhof dann den Brief eingeworfen, auf meinen Bahnsteig und auf den Zug gewartet.

Und da kam sie, die Meute! Ich dachte, gestern sei es auf der Messe voll gewesen. Ja, falsch gedacht! Unfassbare Massen schälten sich aus den ankommenden Regionalexpressen heraus. Hätte mal ein Foto machen sollen, hatte aber ja leider keine Kamera dabei...;-) Alles richtig gemacht! Den Samstag sollte man in Zukunft ernsthaft auf der Games Convention vermeiden, wie ich auch hinterher erfahren durfte. Die Fahrt nach Dresden verlief dann so dermaßen ereignisarm - ok, ist auch nur ne Stunde - dass schon dieser eine Satz hier zu viel ist. Also wollen wir es für's erste auch dabei belassen.


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Dresden wird ja auch gerne als das Wien des Ostens bezeichnet.

In Dresden also angekommen, schnell ein Schließfach für die Tasche gefunden und ab richtung Stadion. Was mich dort vor allem nach dem Abpfiff erwartete, das lest ihr im spannenden Spielbericht der Partie gegen Dresden.Hier geht's dann nach dem Spiel weiter. Den Spielbericht findet ihr hier:


Spielbericht Dynamo Dresden - Fortuna Düsseldorf



"Schnell, Mr. Morton, fahren sie! Jetzt holen sie uns nicht mehr ein!" Ahh, im Zug. Und lebend. Ja, heißes Völkchen die Dresdner. Schlimm, wenn Erwartungen in solch einem Fall erfüllt werden. Aber gut, es ist ja einigermaßen glimpflich ausgegangen. Diesmal hieß es also ICE statt dieses billigen ICs und die Bahn hatte mir sogar von vorneherein einen Platz am Vierertisch spendiert. Ich freute mich, ohne zu ahnen, was mich hier erwarten sollte! Die Reservierungen gecheckt, da war einmal ich und dann drei Personen von Leipzig nach Hamm. Also, noch eine Stunden fläzen, dann musste ich die Hose wieder anziehen und gerade sitzen. Ähem... Die Zeit verging schnell, da die Bahn eine blöde Umfrage durchführte, da ich in den geplanten sieben Stunden noch genug Zeit zum Lesen haben würde, nahm ich also teil. Nix spekakuläres, though. Zum Abschluss bekam ich nicht mal (zum Glück) nen feuchten Händedruck, hatte ja schon auf nen Bahn-Lolli oder so gehofft. Tja, egal, Leipzig kam schneller als erwartet, mit Spannung erwartete ich also die drei Personen, die mir die nächsten fünf Stunden den Platz wegnehmen sollten.


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Der Bahnhof Riesa sah in echt leider viel trostloser aus als hier.
Künstlerpech!

Games Convention Nerds! Es schoss mir in den Kopf wie ne Wurst bei Durchfall ins Klo! Diesen Faktor hatte ich nicht bedacht. Dieser ICE ist die letzte Verbindung gen Westen ohne Umsteigen und so. Will man also vor Sonnenuntergang (und die Nächte sind kalt im Osten) zurück in die Zivilisation, musste man diesen Zug nehmen. Oh nein, das Gebabbel hatte ich gestern echt schon zu genüge. Also bitte keine drei 14jährigen Teenies, die sich drüber aufregen das eine Gilde bei Warcraft III entfernt worden ist und der geheim Potionverdopplungs Bug nicht mehr funktioniert. Aber so kam es nicht. (Streng genommen doch, denn es ist ja ein GROSSRAUMWAGEN. Da hört man auch mal die Gespräche von ein paar Plätzen entfernt. Vor allem, wenn diese Depputies ihre Schlepptops dabei haben und die ganze Zeit den gleichen Drecks-Elebits-Trailer auf voller Lautstärke hören).

Ich bekam zwar auch Messebesucher, aber eine Familie: Fata, Mutta, Kind! Dies schloss ich aus meinem Training bei meinem langjährigen Idol Justus Jonas, dem ch ja nun auch optisch immer näher komme. Die Gespräche der Familie untereinander zeigten dies ganz deutlich auf. In einem Anflug von großzügigster Höflichkeit (bin sonst sehr schweigsam gegenüber Fremden) ließ ich mich einfach so zu einem knappen "Guten Tag!" hinreißen. Für einen so unhöflichen Menschen wie mich fast ein göttlich, gnädiges Geschenk. "", wortete der Vater ant. Nichts, die sagten nichts! Nur eine Sekunde hier und schon verschissen bei mir. Na prost Mahlzeit! Das kann ja heiter werden! Vor allem das Kind sorgte dann auch gleich für Erheiterung bei der ersten Fahrkartenkontrolle. Der Kontrollleur begutachtete die Tickets der dummen Familie, fragte den Vater: "Also, sie, ihre Frau und ihr Sohn!", auf das Kind deutend. "Ich bin aber ein Mädchen!", kam die Antwort promt. Rote Birne beim Kontroletti, breites Grinsen bei mir. War aber echt nicht einfach, zwar doch eher weibliche Frisur, aber auch schon bei der WM von Spielern gesehen (Ukraine: Antoliy Tymoschuk). Alter so 11-13 Jahre höchstens. Dumm! Sollte ich noch hinzufügen.

Das Mädel verzweifelte dann auch gleich an der Klarsichtfolie ihrer Bravo-Screen-Fun, da musste Papa erstmal ran. Kind also mit Schund versorgt, da ließ der feine Herr sich nicht lumpen, zog sein Bastei-Western-Romänchen aus der rechten, äußeren Manteltasche und versank in den Wilden Westen. Frau Spießerfamilie war leider nicht so weitsichtig gewesen. Oder Analphabetin? Sie hatte nix zu Lesen dabei und verbrachte die folgenden FÜNF Stunden damit, aus dem Fenster zu gucken. Oh Mann! Das war aber NICHT (ich steh' heute irgendwie auf Versalien!) das Schlimmste an ihr. Sie war Raucherin! Gut, die Plätze waren Nichtraucherplätze und ich bin ja auch mehr oder weniger in einem ständigen Nikotinnebel aufgewachsen. Bin da aber klar empfindlicher geworden! Doch diese Frau stank so penetrant nach Nikotin, dass mir mehr als einmal übel wurde. Jedesmal, wenn eine Person vorbeiging, wehte der Luftzug eine frische Portion Gestank zu mir rüber. Hätte ich doch Bohnen gegessen gehabt! Ich hätte mich rächen können! Sie verließ dann auch gelegentlich den Platz, wenn sie mal nicht aus dem Fenster sah, um ein wenig - wie sie immer von ihrer Familie vollkommen ignoriert sagte - "spazieren" zu gehen. Taufrisch - wenn man das in diesem Fall so sagen kann - war der Nikotingestank jedenfalls immer nach ihrer Rückkehr. Heimlich auffem Klo geraucht, was?


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Der Vorteil des ICE ist, dass er nicht in jeder Drecksstadt anhält und man
so recht zügig (Ha!) sein Ziel erreicht.

Spätestens nach drei Stunden begann ich dann aber wirklich, diese Leute zu hassen. Die gingen mir nur nach auf den Sack! So unfassbar ecklig spießig! Horror! Mit geschmierten Bütterchen und lecker Trinkpäckchen! Ätzend! Wir sprachen nach dem Fiasko gleich zu Beginn natürlich kein Wort. Ich wollte auch gar nicht mehr. Das Mädel zog dann ihren Nintendo-DS und spielte Yu-Gi-Oh! Tja, da ist leider nicht mehr viel zu retten. Ich tat natürlich den Teufel, sie zu fragen, ob sie ne rRunde Mario Kart gegen mich fährt, ist ja alles drahtlos möglich mit nur einem Modul, aber den Zacken brach ich mir nicht aus der Krone! Es sollte ja nach fünf Stunden vorbei sein. Hab' ich gedacht! War es aber nicht!

Denn hier kam die Deutsche Bahn ins Spiel. Wir sind so gegen 22:00h in Paderborn, da gibt es auf einmal technische Schwierigkeiten. Nix geht mehr, man steht für fast eine Stunde rum. Der Lokführer (so was wie Tabellenführer) verkündet noch einmal technische Schwierigkeiten, doch dann geht es weiter. Für mich bedeutet das, da ich mir eh am Bahnhof ein Taxi schnappen wollte, und einfach später nach Hause kommen würde. Für meine Spießer-Failie hieß das, dass sie ihren Anschluss RE nach Hinterbücklingen oder sonstwohin in Hamm verpassen würden. Innerliche Genugtuung bei mir. Das hatten sie verdient, die Pisser! Als Vati dann merkte, dass sich das mit dem Zug erledigt hatte, begann ein häufig zu beobachtendes Phänomen. Man beschwert sich eindeutig laut, so dass andere es hören können, über die Methoden und Fähigkeiten der Bahn. Schaut sich daraufhin um, in der Hoffnung andere stimmen ins Liedchen mit ein, und man kann sich gemeinsam so richtig schön über die Bahn aufregen! Doch Vatis Appell blieb ungehört. Die uns umzingelnden GC-Nerds träumten alle emsig von Lara und Co. und scherten sich nicht drum, so dass dieDiskussion dann doch innerhalb der Familie stattfinden musste.

Nach sechs Stunden war es dann aber soweit, raus ging die Familisch. Und ich genoss die frische Luft, die mir die letzte Stunde verblieb. Nach acht Stunden anstrengender Fahrt war ich dann auch endlich angekommen. Mit dem Taxi nach Hause und erstmal bis 4:00h noch die Sportschau und Bundesliga geguckt. Ja, standesgemäßen Abschluss nennt man das dann wohl. Gehabt Euch selbiges!

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30.08.2006
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